top of page

Wunde Brustwarzen beim Stillen – Ursachen und aktuelle Behandlungsempfehlung

  • Autorenbild: Nadine Wiedmann
    Nadine Wiedmann
  • 15. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Apr.

Von Nadine Wiedmann, Hebamme, Babyschlafberaterin, Spiritual Life Coach & Stillexpertin

Akutalisiert am 13.03.2026


Wunde Brustwarzen gehören zu den häufigsten Herausforderungen beim Stillstart. Viele Mütter erleben Schmerzen beim Stillen oder bemerken Risse, empfindliche Haut oder Verletzungen an der Brustwarze.

Die gute Nachricht: In den meisten Fällen lassen sich wunde Brustwarzen schnell verbessern, wenn die Ursache erkannt und gezielt behandelt wird.

In diesem Artikel erfährst du:

  • warum Brustwarzen beim Stillen wund werden

  • welche Maßnahmen wirklich helfen

  • welche Rolle modernes Wundmanagement spielt

  • was aktuelle Empfehlungen von Stillfachgesellschaften berücksichtigen



Warum Brustwarzen beim Stillen wund werden


Wunde Brustwarzen
Wunde Brustwarzen

Die häufigste Ursache für wunde Brustwarzen ist mechanische Belastung durch eine ungünstige Stilltechnik.

Mögliche Ursachen sind:

  • Dein Baby erfasst die Brust nicht tief genug

  • der Saugschluss kann von deinem Baby nicht gehalten werden und verliert dadurch den Sog

  • ungünstige Stillposition

  • verspannte Haltung der Mutter

  • Orale Restriktionen wie ein verkürztes Zungenband/ Lippenband beim Baby

  • stark gespannte Brust bei der initialen Brustdrüsenschwellung (Milcheinschuss)


Wenn die Brustwarze nicht optimal im Mund des Babys liegt, entsteht Reibung und Druck auf empfindliches Gewebe.

Deshalb ist die Analyse des Anlegens meist der wichtigste erste Schritt.

Das Stillmanagement darf verbessert und meist dürfen die Basics angeschaut werden.





Moderne Wundheilung bei wunden Brustwarzen


Lanolin als Teil der feuchten Brsutwarzenpflege
Lanolin als Brustwarzenpflege

Aktuelle Empfehlungen aus der Stillmedizin orientieren sich am Prinzip der feuchten Wundheilung.

Dieses Konzept wird auch in der modernen Dermatologie angewendet.

Feuchte Wundheilung bedeutet:

  • die Haut bleibt leicht feucht

  • neue Hautzellen können sich schneller bilden

  • Schmerzen werden reduziert

  • die Heilung erfolgt häufig schneller

Muttermilch selbst kann dabei eine unterstützende Rolle spielen.



Bewährte Maßnahmen bei wunden Brustwarzen


richtige Stillposition, gerade bei Wunden Brustwarzen
Stillposition verbessern

1. Stillposition und Anlegen überprüfen

Die wichtigste Maßnahme ist fast immer:

die Stilltechnik verbessern.

Das Baby sollte:

  • bequem liegen, Bauch an Bauch zu der Mutter geneigt, Ohr - Schulter - Becken sollten eine Linie ergeben

  • Das Kinn deines Babys sollte mit dem Mamillenvorhof Kontakt haben, die Mamille sollte in Richtung Nasenspitze deines Babys zeigen und das Philtrum berühren.

  • Wenn das gegeben ist, werden Reflexe bei deinem Baby ausgelöst was veranlasst, dass es seinen Mund weit öffnet um einen großen Teil des Warzenvorhofs in seinen Mund aufnehmen zu können

  • hat das geklappt wird der Saugreflex deines Babys stimuliert

  • rhythmisches saugen und schlucken ist nun zu sehen

  • die Lippen deines Babys sollten ausgestülpt und das Lippenrot sollte zu sehen sein

  • Falls du dein Baby beim andocken unterstützen möchtest kannst du es am Schultergürtel vorsichtig zu dir schieben

    Hat das Andocken geklappt, allerdings ist das stillen nach wenigen Sekunden immer noch schmerzhaft, Löse den Sog, indem du vorsichtig mit deinem Finger in den Mundwinkel deines Babys gehst. Versuche es erneut. Stillen darf nach wenigen Sekunden nicht mehr Schmerzhaft sein.

    Eine gute Stillposition kann Druck und Reibung auf deine Mamille deutlich reduzieren.




2. Muttermilch auf die Brustwarze auftragen

Muttermilch als Brustwarzenpflege
Muttermilch als Pflege

Einige Tropfen Muttermilch auf der Brustwarze können helfen, die Haut nach dem stillen zu schützen.

Muttermilch enthält:

  • antibakterielle Faktoren

  • Immunstoffe

  • Wachstumsfaktoren

Diese können die natürliche Wundheilung unterstützen.





3. Lufttrocknung

Donuts bei wunden Brustwarzen
Donuts bei wunden Brustwarzen

Nach dem Stillen kann es hilfreich sein, die Brustwarze kurz an der Luft trocknen zu lassen.

Das reduziert Feuchtigkeit, die zu Hautreizungen führen kann. Donuts sind tolle Begleiter, sie unterstützen dass sie Brustwarze an der Luft ist und unterstützen die Durchblutung deiner Mamille.



4. Lanolin und NaCl 0,9% als Pflege


Lanolin bei wunden Brustwarzen
Lanolin bei wunden Brustwarzen

Reines medizinisches Lanolin kann helfen:

  • Feuchtigkeit zu bewahren

  • Reibung zu reduzieren

  • die Hautbarriere zu schützen

Es muss vor dem Stillen in der Regel nicht entfernt werden.

Vorgehensweise: nach dem Stillen die Mamille mit NaCl 0,9% Lösung die vorsichitg abwaschen und im Anschluss das reine Lanolin auftragen. Falls du einen Still-BH tragen möchtest nutze ein Stilldonut damit die Mamille weiterhin gut durchblutet werden kann.



5. Kühlende Kompressen

Bei entzündeter oder stark gereizter Haut können kühlende Kompressen helfen, Schmerzen zu lindern.

Sie können:

  • abschwellend

  • entzündungshemmend

  • schmerzlindernd wirken


Silberhütchen bei wunden Brustwarzen
Silberhütchen

Silberhütchen – was aktuelle Erkenntnisse sagen

Silberhütchen werden häufig bei wunden Brustwarzen eingesetzt.

Silber hat antimikrobielle Eigenschaften, weshalb diese Produkte Keime reduzieren können.

Allerdings gibt es auch Aspekte, die kritisch betrachtet werden.

Silber wirkt nicht selektiv, das bedeutet:

  • sowohl krankmachende

  • als auch nützliche Bakterien

können reduziert werden.

Neuere Forschung zur Brustdrüsen-Mikrobiom zeigt, dass Muttermilch und Brustdrüse ein eigenes mikrobielles Gleichgewicht besitzen.

Ein dauerhafter Einsatz stark antimikrobieller Produkte könnte dieses Gleichgewicht theoretisch beeinflussen.

Deshalb empfehlen viele Stillfachpersonen:

  • Silberhütchen zeitlich begrenzt zu verwenden

  • die Ursache der wunden Brustwarze parallel zu behandeln


Zusätzlich solte auch an eine Schmerztherapie gedacht werden.



Wann weitere Ursachen abgeklärt werden sollten


richtige Andochhaltung des Babys an der Brust mir einem Bild wie es falsch ist
Stillen, richtige Andockhaltung

Wenn Brustwarzen trotz Maßnahmen nicht heilen, können weitere Ursachen eine Rolle spielen.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Zungenbandprobleme beim Baby

  • Pilzinfektionen

  • bakterielle Infektionen

  • stark ausgeprägte Brustdrüsenschwellung

  • oder auch weiterhin "flasches" anlegen an die Brust

In solchen Fällen kann eine individuelle Stillberatung sehr hilfreich sein.

Unterstützung erhältst du zum Beispiel über eine Stillberatung in derBonner Hebammenpraxis.







Häufige Fragen zu wunden Brustwarzen

Soll ich mit wunden Brustwarzen weiter stillen?

In vielen Fällen ja. Mit verbesserter Stilltechnik und unterstützender Wundpflege können Brustwarzen trotz Stillens heilen. Manchmal ist es auch angeraten für eine kurze Zeit zu pumpen oder die Muttermilch von Hand zu gewinnen. Wichig ist hierbei, dass die Brustdrüsen weiterhin entleert und das Baby ausreichend an Muttermilch bekommt.


Wie lange dauert die Heilung?

Kleinere Verletzungen können sich oft innerhalb weniger Tage verbessern, wenn die Ursache behoben wird.


Muss ich Stillhütchen verwenden?

Stillhütchen sind nicht immer notwendig. Sie sollten nur nach individueller Beratung eingesetzt werden.


Können wunde Brustwarzen verhindert werden?

Eine gute Stillvorbereitung, korrekte Stillposition und frühe Unterstützung durch Hebammen oder Stillberaterinnen können das Risiko deutlich reduzieren.


Fazit

Wunde Brustwarzen sind eine häufige Herausforderung beim Stillstart, lassen sich jedoch in vielen Fällen gut behandeln.

Entscheidend ist:

  • die Ursache erkennen

  • die Stilltechnik verbessern

  • moderne Prinzipien der Wundheilung nutzen

Mit der richtigen Unterstützung können die meisten Familien das Stillen schnell wieder schmerzfrei erleben.



Wissenschaftliche Grundlagen

Ballard O., Morrow A. (2013) – Zusammensetzung von MuttermilchAcademy of Breastfeeding Medicine – Clinical ProtocolsEmpfehlungen internationaler Stillorganisationen zum Brustwarzenmanagement



Über die Autorin:


Nadine Wiedmann
Hebamme, Stillexpertin, Spiritual Life Coach, Babyschalfberaterin, Gründerin von Panta Rhei Family
Nadine Wiedmann

Nadine Wiedmann ist Hebamme, Babyschlafberaterin, Spiritual Life Coach, Stillexpertin und Gründerin von Panta Rhei Family. Sie begleitet Familien rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett, in der Stillzeit und Elternwerden. Ihr Schwerpunkt liegt auf bindungsorientierter Begleitung sowie Stillvorbereitung.

Sie arbeitet in ihrer eigenen Praxis der Bonner Hebammenpraxis und bietet dort unter anderem Stillberatungen an.

Mehr Informationen über ihre Arbeit findest du auf https://www.pantarhei.family, & https://bonnerhebammenpraxis.de/ueber-mich/


Dieser Artikel basiert auf meiner Erfahrung als Hebamme sowie auf aktuellen Erkenntnissen aus der Stillberatung. Ich befinde mich aktuell in der Weiterbildung zur IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant). 11.03.2026

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen

Folge uns

  • Instagram

auf Instagram

Newsletter abonnieren

Danke für die Nachricht!

Panta Rhei Family Logo

Panta Rhei Family GmbH

Bonn, Deutschland
 info@pantarhei.family

  • Instagram

© 2026 Panta Rhei Family

bottom of page